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2. Symposiums der Academia Raetica

„Medizin und Umwelt“ als Thema stand im Mittelpunkt des 2. Symposiums der Academia Raetica, das am Freitag, dem 2. November 2007, von 13:45 Uhr bis 18:15 Uhr im Calvensaal in Chur stattfand.

Zahlreiche Vertreter der wichtigsten naturwissenschaftlichen Forschungsstätten und Kliniken des Kanton Graubünden und der umliegenden Region gestalteten das Symposium unter der Leitung des Präsidenten der Academia Raetica, Herrn Prof. M. Furrer. Forschende der Region erhielten die Gelegenheit ihre Projekte und deren Resultate zu präsentieren. Dabei hatten auch interessierte Laien die Möglichkeit wissenschaftlich hochkarätige Forschung in der Region Graubünden – allgemeinverständlich präsentiert – kennen zu lernen. Denn nicht zuletzt – so betonte Herr Regierungsrat Lardi bei seiner Eröffnungsansprache – habe die Forschung eine erhebliche wirtschaftliche und regionalpolitische Bedeutung, und stellt ein wesentliches Potential für die Weiterentwicklung der Region dar.
Das vielfältige Programm wurde von Prof. J Kesselring erarbeitet und wurde absichtlich sehr breit gefächert. Den Auftakt machte Dr. Britta Allgöwer. Eindrücklich berichtete sie über die natürliche Entstehung und Auswirkungen von Waldbränden insbesondere im Nationalpark, wo heute auch Brandbekämpfung studiert wird. Herr B. Zweifel vom Eidgenössischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung sprach über Prävention und Rettung bei Lawinenunfällen, während die Herren Drs. M.Liesch und Ch. Sommer vom Kantonspital Chur, ersterer über die Unterkühlung und deren Notfallbehandlung sprach, und letzterer eindrücklich über lebensbedrohliche Skiunfälle berichtete. Die beiden Referenten gingen dabei insbesondere auf die Rettung und Akutversorgung von Sportlern ein, die bei Lawinenabgängen und Hochrasanzereignissen im Gelände verunfallen.

Zentrales Thema der darauffolgenden Vorträge war die zunehmende Ueberalterung der Menschen, welche besondere Herausforderungen an die moderne Medizin stellt. Frau S. Grad vom AO Forschungsinstitut berichtete über zukünftige Behandlungsmöglichkeiten von Arthrose. Forschungsziel ist es, körpereigene Knorpelzellen ex vivo zu züchten, und diese anschliessend in das betroffene Gelenk der Patienten zu implantieren, wobei es noch einige Jahre der Forschung bedarf, bis die Anwendung am Menschen möglich sein wird. Herr B. Gantenbein – ebenfalls aus Davos- erklärte wie im Reagenzglas die Ursachenanalyse der tierischen Bandscheibenabnützung erfolgt. Herr Prof. Matter berichtete schliesslich über die Ansprüche bzw. die Notwendigkeit der operativen Knochenbruchbehandlung gerade auch beim betagten Menschen, mit dem Ziel, die Patienten so schnell wie möglich wieder zu mobilisieren, um Folgeerkrankungen oder Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.

Der dritte Teil des Symposiums war mehr spezifischen Problem von Medizin und Umwelt gewidmet. Dr. M. Kuhn, Pneumologe in Chur, wies vor allem auf die Gefahren des Passivrauchens und Asthma bronchiale hin, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die bevorstehende Volksabstimmung. Herr Dr. HJ. Mansfeld von der Hochgebirgsklinik Davos Wolfgang berichtete über das Asthma bronchiale bei Kindern und Prof. Crameri vom SIAF beleuchtete die allergischen Erkrankungen als unterschätztes sozioökonomisches Problem.
An den Beispielen von Cholesterin als auslösender Faktor für Herzinfarkte – Frau Dr. Ch. Säly vom VIVT in Feldkirch - sowie von Umwelteinflüssen und die Entstehung von Krebs von Dr. R. Von Moos aus Chur wurden Krankheit auslösende Mechanismen erklärt. Dr. A. Mündlein von der Universität für Humanwissenschaften im Liechtenstein berichtete schliesslich über Veränderungen des Erbguts, die Krankheiten verursachen, womit interessante Informationen zu hochaktuellen Forschungen gegeben wurden. Aus der Klinik für Neurologie am Rehabilitationszentrum Valens berichteten zum Abschluss Frau Dr. L. Holper über Multiple Sklerose im psychosozialen Umfeld und Prof. J. Kesselring über eine neuartige und originelle Technik zur Untersuchung der Hirnaktivität während des Schlafes mittels sog. Schlafmützen.
Die Vorträge wurden sehr intensiv diskutiert, was das allgemeine Interesse an den Themen aber auch die gute und verständliche Präsentation der verschiedenen Beiträge bewies.

Mit abschliessenden Worten entliess Präsident Furrer die zahlreichen Gäste des Symposiums. Das zweite Symposium der Academia Raetica erwies sich erneut als überaus informative Veranstaltung, bei der vor allem auch junge Referenten zu Wort kamen und Einblick in die sehr vielfältige Forschung der Region gewährten, womit ein Ziel der Academia Raetica eigentlich erreicht wurde.